team.arbeit.hamburg kümmert sich – kümmerts nicht
Vor einer Woche bekam ich endlich (nach 3 Monaten) mal wieder Post vom team.arbeit.hamburg. Und natürlich auch wieder mit den besten Grüßen und Wünschen: -unser gemeinsames Ziel ist es, dass sie so schnell wie möglich Arbeit finden… …Haben wir schon über längere Zeit keinen persönlichen Kontakt mehr mit Ihnen gehabt, werden Sie von einem unserer Service Center-Mitarbeiter angerufen.
Na das fand ich doch schon mal sehr fürsorglich. Und dann der Satz des Tages: -Der Anruf erfolgt in der Zeit von Montag bis Freitag zwischen 8 und 18 Uhr.
Ich hätte es ja sehr nett gefunden, wenn wenigstens eine Information darüber bekannt geworden wäre, welchen Monat ich denn nun angerufen werde. Oder wenigstens welches Jahr. Jetzt soll ich also von Montags bis Freitags zwischen 8 und 18 Uhr zu hause sitzten und das Telefon bewachen?… wüßte ich genauer, wann denn dieser Anruf erfolgt, könnt ich mich ja glatt in der restlichen Zeit bewerben, zu Bewerbungsgesprächen fahren oder sogar mal einkaufen… Also was tun? Durch diesen Hinweis, auf ein wichtiges Telefonat fühl ich mich doch ein wenig in das Bild des zu hause herumgammelnden Arbeitslosen hineingepreßt. Und das sogar noch auf Anweisung des Arbeitsamtes.
Eine Telefonnummer für einen Rückruf haben sie natürlich nicht mitgeschickt, nur den dezenten Hinweis, dass bei Nichtmitarbeit sie darüber entscheiden, mir Gelder zu streichen. Geh ich mich jetzt also bewerben und laß ich mir Gelder streichen oder warte ich brav zu hause und laß mir Gelder geben?
Denken die echt nur soweit, wie sie ihren Schreibtisch schmeißen können?!
Das fühlt sich für mich fast so an, als ob ich bestraft werde, wenn ich aus dem Klischee ausbreche und mich selbst kümmere. Aber ich beobachte das noch ein Stück weiter. Denn ein Telefonanruf, bei dem mir mitgeteilt wird, dass für mich keine Arbeit da ist…na der ist es doch Wert zu warten. Ich brauche nur noch ein schickeres Telefon, denn meins wird nach einer Woche anstarren doch etwas langweilig.
Liebes team.arbeit.hamburg, schickt mir doch bitte ein bunteres Telefon, denn wegen Eures wichtigen Anrufs kann ich ja nicht mal los und mir selbst eins kaufen. Danke, dass ihr euch so lieb um mich kümmert. Euer jetzt noch viel treuerer “Kunde”.
Die demokratiegeschützte NPD konnte diese sofort vorlegen. Unsere Linken mal wieder nicht. Auch ein spontanes Nachanmelden war von da an nicht mehr möglich. Daraufhin wurden sie des Platzes verwiesen und durften sich mit Ihrem Transparent 50 Meter entfernt wieder aufstellen. Auch Diskussionen mit der örtlichen Polizei halfen nichts. Man kann also festhalten: Links hat sich unangemeldet 50 Meter von Rechts fernzuhalten. Auf meine Frage bei den Linken nach der fehlenden Anmeldung stellte man mir die Aktion als spontanen Gegenschlag vor. Ich gewann eher den Eindruck, dass sie es nie lernen. Als ich jedoch auch die NPD im Bild festhalten wollte, rannte sofort ein junger, aufgebrachter Wahlhelfer zur Polizei. Er wollte nicht fotografiert werden und die Gesichter sollten nicht irgendwo veröffentlicht werden. Reaktion der Polizei: der Herr fotografiere nur die Sehenswürdigkeiten von Bad Doberan und Sie stehen nun einmal zufällig davor.
Das Gespräch ließ sich leider nicht vertiefen. So bekam ich nichts von Ihren Wahlkampfzielen mit. Nicht mal einen Flyer, mit denen sie plötzlich erstaunlich sparsam waren. Von den Linken Jugendlichen bekam ich sogar zu Flyern noch eine nur für diesen Zweck gedruckte Zeitung.