Hamburg – Restaurants – Fisch
So, nun finde ich auch endlich mal die Zeit, meine Meinung zum Aalspeicher abzugeben. Aufgrund der bereits zahlreich erfolgten Rückmeldungen der Qype City Night letzten Mittwoch fasse ich mich ausnahmsweise mal nicht so romanmäßig lang wie sonst bei mir üblich.
Ich bin ja, da ich knapp 5 Gehminuten um die Ecke arbeite, ein gutes Stück (über eine Stunde) zu früh da gewesen und hatte dadurch die Gelegenheit, mir fernab des Qype-Trubels ein Bild zu machen. Daher gehe ich erst mal auf die Umgebung ein. Mir persönlich sagt die Ausstattung des Aalspeichers sehr zu. Es ist sehr schick, aber nicht dekadent, eingerichtet, schon fast ein bisschen “urgemütlich” und angenehm. Wie zu erwarten waren unsere reservierten Tische bereits (mustergültig) eingedeckt und soweit ich das mitbekommen konnte, wurde sogar extra für diesen Abend eine weitere Bedienung zur Verstärkung verpflichtet, um den Ansturm von 30 Qypern bewerkstelligen zu können. Der Oberkellner ist in der Tat eine Marke, die ich in der Form bisher selten gesehen habe. Sehr nett, freundlich, zuvorkommend und mit immer guter Laune konnte ich ihn beobachten.
Die Sammlung an Weinen und Spirituosen, die sich im Eingangsbereich im Schrank und im Wandregal-Trenner zwischen oberem und unterem Gastbereich befinden, ist durchweg edel und vielversprechend (mein Augenmerk viel ganz besonders auf den 40jährigen Calvados).
Doch nun zum Essen. Es gab:
- Pellkartoffeln mit Kräuterquark
- Krebssuppe
- Labskaus
- Lachs mit Kartoffeln und Spinat
- Rote Grütze mit Vanillesauce
(Absichtlich etwas füllwort-reduziert)
Von dem Appetitanreger (neudeutsch: amuse gueule oder so ähnlich) habe ich leider nichts mitbekommen, da die Suppe dann doch relativ zügig serviert wurde. Diese fand ich allerdings sehr lecker. War meine erste Krebs-basierte Speise, somit mag ich hier vielleicht nicht allzu erfahren sein, aber mir hat sie geschmeckt. Das danach gereichte Labskaus fand ich persönlich sehr lecker. Ganz besonders in Anbetracht der Tatsache, dass ich bisher noch nie Labskaus angerührt habe, da ich vom Hörensagen eher davon ausgegangen bin, dass “Kartoffelpüree mit Fischgeschmack” eher nicht mein Fall sein dürfte.
Ich wurde allerdings positiv überrascht und das Labskaus fand ich äußerst lecker.
Der Hauptgang war meines Erachtens ebenfalls gut gelungen. Der Lachs war, wie ich ihn mag, gut durch aber noch noch nicht zu weich, die Kartoffeln – ok, Kartoffeln sollte jede Küche können
– waren auch gut und der Spinat hat mir auch geschmeckt, und das, obwohl ich aufgrund der Pernod-Ankündigung etwas skeptisch war, da ich absolut kein Freund von Lakritzgeschmack bin. Der Salmiakschock stellte sich allerdings nicht ein, da der Spinat nur ganz schwach nach Pernod schmeckte und ich das sogar in der Tat lecker fand. Und von der Konsistenz her fand ich das Grünzeug ebenfalls gut.
Nach einer etwas langgezogenen Zigarettenpause in der oberen Etage bekamen wir (also unser Vierertisch) noch unser Dessert nachgeliefert (sollte selbstverständlich sein, ist es aber vielerorts nicht, daher ist das meines Erachtens erwähnenswert). Auch hier gilt wieder einmal, dass ich eigentlich kein Freund von Roter Grütze bin, da ich in den Standardprodukten die Kerne der Beerenfrüchte so stark als störend empfinde, das sich da meistens die Finger von lasse. Da dieses aber als hausgemacht angekündigt wurde, wollte ich auch hier mal was riskieren und wurde auch nicht enttäuscht. Die Grütze war von den einzelnen Fruchtkomponenten her gut abgestimmt und die Kernkonzentration war erstaunlich gering. Über die gereichte Vanillesauce gab es auch schon diverse Anmerkungen, aber auch wenn sie aus der Fabrik stammen sollte, war sie doch lecker und somit für mich kein sonderlicher Hinderungsgrund für eine gute Bewertung.
Zum Schluss gab es noch einen kleinen Absacker auf Kosten des Hauses, welcher mir ebenfalls sehr gut geschmeckt hat, auch wenn ich nicht mehr genau weiß, was da eigentlich genau drin war
Insgesamt war das für mich ein schöner Abend, ich habe mich im Aalspeicher sehr wohl gefühlt, auch wenn ich mit gutem Gewissen behaupten kann, dass ich mich nicht unbedingt zur Zielgruppe zählen würde. Dafür ist die preisliche Einordnung dann doch ein wenig oberhalb meines finanziellen Niveaus.
Mein Beitrag zu Alt Hamburger Aalspeicher – Ich bin racoon42 – auf Qype
Tags:
qype