Diejenigen, die mich schon seit Jahren kennen, werden jetzt vermutlich sagen “WIE BITTE?!” – Tja, klingt zwar komisch, ist aber so. Ich bin soeben der PIRATENPARTEI beigetreten. Seit einigen Wochen – genauer gesagt, so ziemlich seit Beginn der Diskussionen um das Internetzensurgesetz zur Aushebelung des Artikel 5 Grundgesetz – denke ich über diesen Schritt nach. Unter anderem die Entscheidung meines Freundes und Arbeitskollegen vom Reizzentrum hat mir bei diesem Schritt geholfen und so bin ich nun auch ein PIRAT.
Viele Jahre lang habe ich Politik mehr oder weniger als ein System angesehen, mit dem ich mich nicht identifizieren konnte. Ich sagte immer, dass Politik etwas für Menschen ist, die etwas davon verstehen. Die diversen – fragwürdigen – Entscheidungen unserer Regierung in den letzten Jahren haben mir regelmäßig eindrucksvoll aufgezeigt, dass die, die uns regieren, selbst keine Ahnung von dem haben, was sie entscheiden. Eigentlich ist die Bezeichnung eines regierenden Politikers, dass er ein Vertreter des Volkes sein sollte. Leider trifft auf die meisten Herren nur der Passus nach mir die Sintflut, hauptsache meine Pensionen und gut bezahlte Posten in irgendeinem Aufsichtsrat sind sichergestellt mit Sicherheit zu. Ein sehr gutes Beispiel für die Unfähigkeit unserer Regierung, die Bürger zu vertreten, ist die unnachahmliche Ignoranz, mit der sie auf die Petition reagiert hat. Über 130000 Bürger haben ihr Votum gegen die beschlossene Quasi-Zensur abgegeben. Diese Stimmen wurden, wie auch die Bedenken der diversen Experten, vollkommen ignoriert und diverse Stimmen haben diese Menschen sogar pauschal unter Pädophilie-Verdacht gestellt – Wer gegen die Sperren ist, muss ein Kinderporno-Konsument sein. Auch ich bin gegen dieses Filtersystem. Es wird an der Misshandlung von Kindern nichts ändern, sondern nur die Folgen ausblenden. Anstatt gegen die Kriminalität vorzugehen, wird sie nur vor unseren Augen verschleiert. Denn was wir nicht sehen, passiert nicht. Oder? Das Einzige, was hier erreicht wurde, ist die heimliche Einfuhr eines zentralen Zensursystems, abseits der Gewaltenteilung und ohne Möglichkeit der rechtsstaatlichen Möglichkeiten für den Einzelnen. Dies erinnert mich irgendwie sehr stark an die fiktive Welt bei V for Vendetta – eine sehr schöne Lektüre (oder Film, was immer bevorzugt wird) für diejenigen, die immer noch glauben, dass das Zensurgesetz wirklich auf Kinderpornographie beschränkt bleiben wird.
Wie auch immer – nach langen Jahren ist wohl sogar für mich der Zeitpunkt gekommen, an dem ich für mich entscheiden muss, wie lange ich das noch mit ansehen will. Und meine Entscheidung ist gefallen. Ich bin PIRAT. Und das ist auch gut so.
Zum guten Schluss noch ein paar Links, die vielleicht dem ein oder anderen als Entscheidungshilfe dienen könnten:
http://www.piratenpartei.de/
http://www.piratenpartei-hamburg.de/
http://www.wiwo.de/technik/acht-gruende-fuer-die-piratenpartei-399927/
http://blog.fukami.io/archives/2009/06/22/warum-ich-in-die-piratenpartei-eingetreten-bin/
Diejenigen, die mich schon seit Jahren kennen, werden jetzt vermutlich sagen "WIE BITTE?!" - Tja, klingt zwar komisch, ist aber so. Ich bin soeben der PIRATENPARTEI beigetreten. Seit einigen Wochen - genauer gesagt, so ziemlich seit Beginn der Diskussionen um das Internetzensurgesetz zur Aushebelung des Artikel 5 Grundgesetz - denke ich über diesen Schritt ...
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