Dein Freund und Helfer
Als ich dieses Video zu Gesicht bekam, ist mir ernsthaft schlecht geworden. Ein etwas zu neugieriger, aber ansonsten eindeutig harmloser Kameramann wird da von einem Pulk vermummter Polizisten herumgeschubst und angepöbelt, wie man das sonst eigentlich nur von der sogenannten “sozialen Unterschicht” gewohnt ist.
Das ist echt unfassbar, was für Vollpfosten bei der Polizei arbeiten dürfen.
Solche Leute, die vor Agressionspotential und Gesetzesuntreue nur so strotzen, dürfen da in Uniform und mit Waffen beladen herumstolzieren und den großen Mann markieren, Leute herumschubsen und sich aufs heftigste profilieren.
Ein in letzter Zeit beliebt gewordenes Schlagwort ist ja “Datenschutz ist Täterschutz” – das bringt in solchen Fällen aber nicht viel, wenn zwar das Gesetz vorsieht, dass der Beamte seinen Namen auf Anforderung nennen muss, es aber schlicht ignoriert mit den Worten “Das ist mir jetzt egal”. Er zieht sich – von seinem Arbeitgeber alias dem Gesetz geschützt – brav aus der Affäre, aus der Verantwortung, sogar aus einer möglichen Strafverfolgung. Denn wenn er was illegales tut, zum Beispiel einen harmlosen Kameramann bedrängen oder Eigentum (z.B. eine Kamera) beschädigen, kommt er fein raus, weil er ist ja schließlich Polizist und steht somit über dem Gesetz.
Die Polizei, Dein Freund und Helfer. Ja, sicher… Freund im Sinne von “Pass bloß auf, mein Freund!” und Helfer im Sinne von “Zieh Leine, oder ich helf’ Dir!”.
Bei solchen Menschen fällt mir eigentlich nur ein Geh Kacken! ein. So weit sind wir also schon, dass man vor der sogenannten Obrigkeit regelrecht Angst haben muss, da diese offensichtlich völlig weltfremd und menschenverachtend gegen ihre eigenen Vorschriften verstößt und solche Typen auch noch ungestraft mit sowas davonkommen.
Eins von vielen markanten Beispielen, dass wir uns mit großen Schritten einem Polizeistaat ähnlich dem von China nähern. Und die Attribute “Gewaltbereitschaft”, “Agressivität” und “Profilneurose” gehören offensichtlich zu den Einstellungskriterien bei der Polizei.
Update 14.07.: Nein, ich rege mich doch gar nicht auf, Polizeiarbeit ist doch völlig in Ordnung. Was ist auch an 8 Beamten, 16 Schüssen und 12 Treffern gegen einen einzelnen Menschen schon ungewöhnlich? Naja, außer vielleicht “Die Aussagen der Polizisten weichen in wichtigen Fragen entscheidend voneinander ab. Es bestehen heftige Zweifel an der behaupteten Notwehrsituation”, wie der vom Vater des Verstorbenen engagierte Anwalt sagt. Aber wen interessiert das schon, es war schließlich ein Polizeieinsatz, also schon pauschal gerechtfertigt.

Juli 8th, 2009 at 14:22
Ich bin der Meinung, dass man bedenken sollte, dass ein Pulk Randalierer der Polizei an diesem Abend ordentlich zugesetzt hat. Polizeibeamte wurden mit Flaschen, Knallkörpern, sogar Molotowcoctails angegriffen. Der Schutz von Mitmenschen und die Verhinderung von Sachbeschädigungen stehen in solch einem Fall an erster Stelle.
In diesem Fall ist es auch verständlich, dass die Polizeibeamten entsprechend gestresst und genervt sind von diesem Katz- und Mausspiel und sich zudem auch die Wahrnehmung in solchen Situationen verändert.
Nun zu verallgemeinern, jeder Polizist würde über dem Gesetz stehen und er könne machen was er will, ist schlichtweg falsch. Klar hat der Polizeibeamte eindeutig falsch reagiert, denn es ist eines der Grundgesetze, dass er in diesem Moment ignoriert (Pressefreiheit).
Dennoch ist es für jeden, in solch einem Einsatz befindlichen, Polizisten eine Herausforderung, immer bis ins kleinste mit jedem Menschen nett und freundlich umzugehen, wenn teilweise erhöhter Adrenalinspiegel, Ängste und auch andere Stressfaktoren zusammenspielen.
Sicherlich hätte man die Situation hier anders lösen können, sogar müssen.
Und zu der Aussage, er zieht sich geschützt von seinem Arbeitgeber aus der Affaire, stimmt so nicht. Gerade solch ein Umgang mit der Presse oder dem normalen Bürger zieht disziplinarrechtliche Konsequenzen mit sich.
Damit verbleibe ich mit freundlichen Grüßen und hoffe dass diese Aussage nicht verallgemeinert gegen jeden Polizeibeamten getroffen wurde.
Juli 8th, 2009 at 15:35
Nein, diese Aussage wurde nicht verallgemeinert gegen jeden Polizeibeamten getroffen. Ich persönlich kenne Polizisten, die anders sind. Leider sind aber Vorkommnisse wie der Genannte kein Einzelfall. Überall wird vom Staat mehr Überwachung und Kontrolle über die Bürger gefordert, aber wenn es an die eigene Substanz geht (Egal ob Polizei, Beamte oder Politiker), wird das vehement abgewehrt, ignoriert oder verteufelt. Das kann so einfach nicht sein.
Juli 11th, 2009 at 09:39
Der Polizei den schwarzen Peter zuzuschieben, ist ja wohl ein Witz. Es ist nicht die Polizei, die Autos anzündet, Läden und Banken demoliert, und Steine wirft. In 2008 wurde bei den Maikrawallen in Hamburg u.a. ein Krankenhaus von Chaoten gestürmt, und im Stadtpark ein Cafe demoliert. Jeder anständige Bürger sollte sich von diesem Pöbel distanzieren.
Juli 11th, 2009 at 18:28
Warum distanzieren? In diesem genannten Fall ging es nicht gegen einen Randalierer, sondern gegen einen – eigentlich durch das Presserecht abgesicherten – Kameramann.
Wenn gegen Randalierer vorgegangen wird, ist das logischerweise verständlich, aber nicht bei einem Reporter. Irgendwo hat auch Polizeiarbeit seine Grenzen zu haben. Die Polizei darf kein rechtsfreier Raum sein.
Juli 12th, 2009 at 09:18
Die (oft jungen) Polizisten stehen bei den Einsätzen unter großem Stress. Das dann, im Eifer, falsch reagiert werden kann, passiert eben. Reporter werden auch in Kriegsgebieten Opfer. Die Demonstranten von außerhalb nehmen ja auch keine Rücksicht auf die Bewohner und Geschäftsleute in der Schanze. Warum zerstören sie nicht ihre eigene Stadt ? Ich wünsche solchen Leuten, daß einmal ihr eigenes Auto angezündet wird, oder sie einen Stein von den eigenen Leuten an den Kopf erhalten. Ohne Polizei hätte der Pöbel Geschäfte geplündert. In anderen Stadteilen wird friedlich gefeiert, in der Schanze passiert jedes Jahr die gleiche Schei…, weil kranke Köpfe Spaß an Gewalt haben.