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Dein Freund und Helfer

Juli 7th, 2009 Posted in Sonstiges

Als ich dieses Video zu Gesicht bekam, ist mir ernsthaft schlecht geworden. Ein etwas zu neugieriger, aber ansonsten eindeutig harmloser Kameramann wird da von einem Pulk vermummter Polizisten herumgeschubst und angepöbelt, wie man das sonst eigentlich nur von der sogenannten “sozialen Unterschicht” gewohnt ist.

Das ist echt unfassbar, was für Vollpfosten bei der Polizei arbeiten dürfen.

Solche Leute, die vor Agressionspotential und Gesetzesuntreue nur so strotzen, dürfen da in Uniform und mit Waffen beladen herumstolzieren und den großen Mann markieren, Leute herumschubsen und sich aufs heftigste profilieren.

Ein in letzter Zeit beliebt gewordenes Schlagwort ist ja “Datenschutz ist Täterschutz” – das bringt in solchen Fällen aber nicht viel, wenn zwar das Gesetz vorsieht, dass der Beamte seinen Namen auf Anforderung nennen muss, es aber schlicht ignoriert mit den Worten “Das ist mir jetzt egal”. Er zieht sich – von seinem Arbeitgeber alias dem Gesetz geschützt – brav aus der Affäre, aus der Verantwortung, sogar aus einer möglichen Strafverfolgung. Denn wenn er was illegales tut, zum Beispiel einen harmlosen Kameramann bedrängen oder Eigentum (z.B. eine Kamera) beschädigen, kommt er fein raus, weil er ist ja schließlich Polizist und steht somit über dem Gesetz.

Die Polizei, Dein Freund und Helfer. Ja, sicher… Freund im Sinne von “Pass bloß auf, mein Freund!” und Helfer im Sinne von “Zieh Leine, oder ich helf’ Dir!”.

Bei solchen Menschen fällt mir eigentlich nur ein Geh Kacken! ein. So weit sind wir also schon, dass man vor der sogenannten Obrigkeit regelrecht Angst haben muss, da diese offensichtlich völlig weltfremd und menschenverachtend gegen ihre eigenen Vorschriften verstößt und solche Typen auch noch ungestraft mit sowas davonkommen.

Eins von vielen markanten Beispielen, dass wir uns mit großen Schritten einem Polizeistaat ähnlich dem von China nähern. Und die Attribute “Gewaltbereitschaft”, “Agressivität” und “Profilneurose” gehören offensichtlich zu den Einstellungskriterien bei der Polizei.

Update 14.07.: Nein, ich rege mich doch gar nicht auf, Polizeiarbeit ist doch völlig in Ordnung. Was ist auch an 8 Beamten, 16 Schüssen und 12 Treffern gegen einen einzelnen Menschen schon ungewöhnlich? Naja, außer vielleicht “Die Aussagen der Polizisten weichen in wichtigen Fragen entscheidend voneinander ab. Es bestehen heftige Zweifel an der behaupteten Notwehrsituation”, wie der vom Vater des Verstorbenen engagierte Anwalt sagt. Aber wen interessiert das schon, es war schließlich ein Polizeieinsatz, also schon pauschal gerechtfertigt.

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